
1. Was mich bewegt
Beim Lesen unterschiedlicher Bücher wurde mir bewusst, wie viele offene Fragen, Enttäuschungen und Sorgen Menschen auch Jahrzehnte nach der deutschen Einheit beschäftigen. Das hat mich bewegt – und zu einer grundsätzlichen Frage geführt:
Wollen wir Unterschiede und Konflikte weiter beklagen, uns gegenseitig "bekriegen", oder wollen wir gemeinsam nach Wegen suchen, sie zu überwinden? Ich sehe inzwischen, dass das Thema nicht mehr nur auf Ost⇄West sondern auch auf Deutschland insgesamt zutrifft.
2. Meine Erfahrungen
Begegnungen im Berufsleben
1990 führte mich meine berufliche Tätigkeit mit Technologietransfer nach Leipzig. Dort erlebte ich den tiefgreifenden Strukturwandel, den neunen und sehr harten Wettbewerb für die Ostbetriebe, und die für viele Beschäftigte schmerzhaften Folgen der Privatisierung. Hautnah erlebte ich die Auflösung, Zerlegung und Privatisierung des großen Kombinates TGA Technische Gebäude-Ausrüstung mit 1990 insgesamt 17.000 Mitarbeitern in damals 16 Niederlassungen in der DDR.
Ein Beispiel für erlebte Vorbehalte und fehlende Anerkennung (ich als "vemeintlicher" Ostdeutscher)
Ab 2000 sollte ich von Leipzig aus deutschlandweit den Service für ein Gas-Sicherheitssystem aufbauen. Die Mehrzahl der Fachbetriebe aus dem Westen begegneten meinem Vorhaben mit Vorbehalten, Geringschätzung, weil ich aus dem Osten kam. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie verletzend fehlende Anerkennung sein kann – und wie schnell Vorurteile eine Zusammenarbeit verhindern.
Was dagegen gemeinsam möglich ist...
In einer mehrjährigen Projektarbeit mit Fachleuten aus unterschiedlichen Regionen und Fachrichtungen – darunter Professoren, Energiemanager, Liegenschaftsverwalter und Vertreter von Ingenieurbüros – entstand die GEFMA-Richtlinie 124 „Energiemanagement“. Sie ist im Verband eine Leitlinie für Gebäude- und Liegenschaftsverwalter (als Auftraggeber) sowie Facility-Management-Dienstleister (als Auftragnehmer) – bei Auftragsverhandlungen als auch bei der Realisierung, Prüfung vereinbarter Leistungen. Dies hat mir gezeigt: Unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen sind kein Hindernis, wenn Menschen ein gemeinsames Ziel haben.
3. Was ich daraus für heute mitnehme
Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, einander gut zuzuhören, Vorurteile abzubauen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Unterschiedliche Lebensgeschichten, Interessen und Sichtweisen können Spannungen hervorrufen. Sie müssen jedoch nicht zu dauerhaften Trennungen führen. Entscheidend ist, Menschen nicht vorschnell einzuordnen, sondern miteinander weiterzudenken – und gemeinsam an einem besseren „Wir“ für Deutschland zu arbeiten.
4. Wozu diese Initiative?
Mit dieser Initiative möchte ich Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Sichtweisen und Überzeugungen miteinander ins Gespräch bringen. Wir wollen gesellschaftliche Trennlinien besser verstehen, Vorurteile hinterfragen und Erkenntnisse teilen. Es geht nicht darum, alle Antworten zu haben oder in allem übereinzustimmen. Es geht darum, auf der Grundlage unserer demokratischen Werte gemeinsam weiterzudenken und dort ins Handeln zu kommen, wo wir etwas bewegen können.
Das Grundgesetz bildet unser gemeinsames, verbindliches Regelwerk. Ethische und moralische Werte aus dem Christentum und anderen Religionen können uns darüber hinaus wertvolle Orientierung für unser Miteinander bieten.
Mein Engagement ist ehrenamtlich – ohne kommerzielles Interesse.
Hin zu mehr Miteinander
Nicht als fertiges Konzept, sondern als Einladung zum Dialog:
Erst zuhören. Dann verstehen. Dann gemeinsam handeln.